49 Der graue Stromgott

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Epoche: 
Fernsehen und Computer
Nimwegen, Sonntag 25. Januar 1995. Wegen schweren Regenfalls und einer einsetzenden Schneeschmelze in den Alpenländern steigt der Pegel der Waal stetig. Das spektakuläre Hochwasser zieht Tausende von Schaulustigen an und sorgt für chaotische Szenen in der Unterstadt. Eine Hochwasserkatastrophe scheint, auch für die internationale Presse, die im Hunnerpark bereitsteht, um darüber zu berichten, nur eine Frage der Zeit zu sein.

Die Furcht war nicht unbegründet, denn von Deutschland aus rollte eine riesige Wasserwelle auf das niederländische Flussdelta zu. Es war fraglich, ob die Flussdeiche dieser Welle gewachsen waren. Der nimwegener Bürgermeister Ed d’Hondt, zugleich Vorsitzender des regionalen Katastrophenstabs von Nimwegen, ging kein Risiko ein und erlies am 30. Januar die verpflichtete Evakuierung des Landes von Maas und Waal und des Ooijpolders. Zehntausende verließen Heim und Herd. Viele konnten bei Verwandten oder Freunden unterkommen, andere wurden von Privatorganisationen und Behörden betreut. In Nimwegen wurden Tausende von Evakuierten in Klöstern, Kasernen und Sporthallen untergebracht. Es folgten aufregende Tage. Aber das Wasser sank und am 6. Februar stellte der Minister Hans Dijkstal das Signal für die Rückkehr der Evakuierten auf Grün.

Die Beinahe-Hochwasserkatastrophe von 1995, mit ihrer Krisenstimmung, drohenden Katastrophe und Massenevakuierungen, beeindruckte Nimwegen. Die Stadt war jedoch von alters her mit Hochwasser, starkem Eisgang und Hochwasserkatastrophen bekannt, wie z. B. in 1809, im Nachhinein die größte Hochwasserkatastrophe, die es je im Flussgebiet gegeben hat. Damals mussten Verwalter und Bürger sowohl den Bewohnern der Unterstadt als auch der Bevölkerung des Ooijpolders und der Over-Betuwe zu Hilfe kommen. Und König Ludwig Napoleon höchstpersönlich sprach den Nimwegenern Mut zu.

Eine willkommene Geste für eine Stadt die, ebenso wie es 1799 der Fall war, «mit Menschen vollgestopft wurde (….) die mit Schiffen aus ihren Wohnungen gerettet worden waren». Solche Szenen spielten sich im neunzehnten Jahrhundert wiederholt ab, z. B. in 1820, 1855 und 1861. Obwohl es auch im zwanzigsten Jahrhundert regelmäßig erhöhte Pegel gab, kamen Katastrophen dieses Ausmaßes nur noch selten vor. Nur 1926 diente die Stadt während einer Hochwasserkatastrophe noch als Auffangzentrum, nachdem der Maasdijk bei Overasselt durchgebrochen war und das Land zwischen Maas und Waal völlig überschwemmt war. Seitdem verblasste die städtische Erinnerung an Hochwasserkatastrophen und Katastrophenschutz. Bis das drohende Hochwasser von 1993 und vor allem von 1995 die Stärke des «grauen Stromgottes» das städtische kollektive Erinnerungsvermögen völlig wieder belebte.
Evakuierung und drohende Überschwemmung
1993-1995
Hochwasser an der Waalkade, 1995 (RAN)

Quelle: Toon Bosch, in: De Canon van Nijmegen, Uitgeverij Vantilt (Nijmegen 2009)